#wmdedgt Mai 2025
05.05.2025 #wmdedgt Aktivierung 5 Min.
Es ist der fünfte des Monats und diesmal bin ich auch wieder dabei. Ging irgendwie unter, zu spät bemerkt, kei Luscht– you name it. Aber heut dran gedacht und mitgemacht:
Der Wecker holt mich halb sechs aus den Träumen. Montagmorgen, Regen, grau, kalt. Also schnell den ersten Kaffee hinterkippen, zwischendurch den halbverhungerten Kater füttern. Als ich dann endlich was esse, hockt er mir praktisch auf der Bretzel, um seine Streicheleinheiten einzufordern. Zeitmanagement kann er gut.

Nachdem mein Zmorge in meinem Magen und Wimpern sowie der Rest vom Körper angezogen sind, Kids noch wecken und dann gehts schon los auf Arbeit. Frühlingsferien sind vorbei, das merke ich bereits an unserem Dorfkreuzungskreisel, der wegen einer dahinterliegenden Baustelle seit bald einem Jahr nur bei grünem Lichtsignal durchfahren werden kann. Also warten bis auch ich aus dem Tösstal hinausfahren kann. Beim Barrierenbingo darf ich in Uster ein Kreuz machen, wird heut mein einziges bleiben.

Irgendwann sind alle Kreisel, Baustellenampeln, Barrieren und nervtreibende Mitstrassenbenutzer überwunden und ich steuere die Tiergarage nahe des Pflegezentrums an. Dort komme ich erstmal nicht rein, Hauswirtschaft und Empfang versuchen die Türen zu öffnen. Es gab einen Feueralarm, bei dem die sich schliessen. Endlich erreiche ich aber meinen Arbeitsplatz. Und endlich Kaffee. Während das Heissgetränk mit vertrautem Klang in den Becher tropfelt, Fenster öffnen. Lüften, you know. Dann Kaffee und Schreibblock geschnappt, um am PC Mails nachzulesen, Wochenrapport für die 9 Uhr Sitzung schreiben und nachlesen, was bei den Bewohnenden so los ist. Ein Neueintritt steht diese Woche noch an. Bis zum Meeting Aktivierungsraum vorbereiten für das Turnen. Ist immer schwierig abzuschätzen, wieviele Leute kommen. Also noch ein paar Stühle zur Reserve paratgestellt. Dann Meeting mit allen Fachbereichen, interner Austausch. Geht heute flott über die Bühne. Berate mich mit dem technischen Dienst noch, wo man unsren neuen Fotorahmen aufhängen könnte. Eine Stunde später hat er das bereits erledigt. Ein to do weniger. Ich muss derweil nochmals an den PC, Mails vergessen zu beantworten. Zack ist es bald 9:30 Uhr – Pause. Käsebrot und Orangensaft. Fünfzehn Minuten später erwarten mich im Aktivierungsraum bereits die ersten Bewohnenden. Ein paar hole ich noch selber ab, andere werden durch die Pflege begleitet. Zum Start singen und schwingen wir unser Lied, dann geht es an Übungen von Kopf bis Fuss – Hals- und Nackenschmerzen klingen immer noch nach. Zum Abschluss ein paar Bewegungen mit dem Tennisring und zu guter Letzt ein Ballspiel. Kurz nach 11 verabschiede ich alle Teilnehmenden zum Mittag. Mich zieht es nach dem Aufräumen wieder an den PC. Für ein paar Anlässe müssen noch to do lists erstellt und Räume gebucht werden, Aufträge an Hauswirtschaft sowie Küche. Halb eins gibt’s für die Mitarbeitende dann auch endlich Zmittag. Für mich heut nur Herdöpfel und Brokkoli, auf das Fleisch hatte ich keinen Appetit.

13 Uhr ist die Pause auch schon wieder vorbei, ich höre mir in beiden Häusern beim Rapport die News über unsre Bewohnenden an, erteile Feedback in Sachen Aktivierung. Viertel vor zwei geht’s zum Einkaufen mit einem Bewohner. Wir steuern den Coop um die Ecke an. Anschliessend geselle ich mich zum Kaffee im einten Haus, Sorgen und Nöte anhören, aber auch Witze machen und über dies und das reden. Später schaue ich im anderen Haus vorbei, ausgerüstet mit Stoffen, Schere, Knöpfe und Heissleim. Mit einer Bewohnerin stelle ich Blumenblüten her. Sie kommt so in den Flow, dass wir gemeinsam eine Stunde kreativ sind und sie so eine Freude hat und direkt zwei der Blumen mit auf’s Zimmer nimmt, um sie dort aufzuhängen.

Während ich individuelle Betreuung anbiete, findet in einem anderen Raum das Vorlesen statt, dass Freiwilige aus der Gemeinde leiten. Ich schaue kurz vor Ende vorbei und bringe einen Bewohner, der im Rollstuhl sitzt, wieder auf die Station. Dann heisst es nochmals an den PC, Einträge erledigen, Flyer ausdrucken und schliesslich noch Sachen verräumen.

17 Uhr – Feierabend, Heimfahrt bei genauso nassgraukaltem Wetter wie am Morgen. Rege mich über Autofahrer auf, die beim Verlassen des Kreisels nicht blinken können – wo sind auch meine hellseherischen Kräfte hin? Barrierenmässig verliere ich heimwärts keine Nerven, stehe aber bald 20 Minuten an unserer Baustellenampel – Gelegenheit, eine lange Sprachnachricht einer Kollegin anzuhören. Daheim erstmal ins Bett – Nackenschmerzen haben nun auch den Kopf erwischt. Eine Stunde Tiefschlaf bis zum Znacht. Der Mann hat Nudelsalat gezaubert. Den Rest des Abends werde ich wohl auf Minecraft herumbuddeln. Der Wäschekorb, der gerade vor mir steht, kann mit dem Zusammenlegen der Wäsche auch bis morgen warten….